Industriekultur: Denkmal–Museum–Theater
Wintersemester 2019/2020
 

Universität des Saarlandes - Philosophische Fakultät

Gemeinsame Einrichtung: Bachelor-Optionalbereich

 

Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig

Präsident ERIH – European Route of Industrial Heritage

CEO | Generaldirektor des Weltkulturerbe Völklinger Hütte a.D.

1999 – 2019

Meinrad.Grewenig@I-Kultur.net | www.I-Kultur.net


Industriekultur: Denkmal – Museum – Theater

Neue Steuerungsverfahren im Industriekultur-Management |

Semester: 1. Oktober 2019 bis 31. März 2020

Lehrveranstaltung (LV): 14. Oktober 2019 bis 7. Februar 2020

Vorbesprechung: Mo 21. Oktober 2019 | 16 h c.t. | LV: montags 16 h c.t

LV: UdS | Gebäude B3_1-Hörsaal III (0.12) mit Exkursionen

 

Industriekulturelle Projekte sind heute in Europa gleichzeitig Denkmal, Museum und Theater. In der Folge der Aufnahme der Völklinger Hütte in die UNESCO Weltkulturerbeliste 1994 hat sich Industriekultur weltweit als besondere Kultur durchgesetzt. Die Klassifizierung der Völklinger Hütte als UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit erfolgte unter der Maßgabe des Denkmals. In den letzten 25 Jahren hat sich aber gezeigt, dass Industriekultur viel mehr ist, als die Bewahrung und Instandsetzung des Denkmals und die damit verbundene Erforschung des technischen und arbeits- sowie sozialgeschichtlichen Hintergrundes. Industriekultur ist das Kulturphänomen des ausgehenden 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts. Inzwischen wird Industriekultur als die größte Kulturfantasie der Zukunft begriffen. Kulturkritisch repräsentieren die Orte der Industriekultur, erstmals in der abendländischen Kulturgeschichte Bauten und Projekte, die nicht alleine als Kunst- und Kulturgebilde oder im Zusammenhang mit Kultischem errichtet wurden. Industriekultur bezieht sich auf Orte, deren Gebäude und Anlagen im Zusammenhang oder aus Anlass mit menschlicher Arbeit und industrieller Produktion entstanden sind. Perspektiven der Technik und der Innovation sind für diese Industriekulturkomplexe konstituierend. In der Regel handelt es sich bei den Industriekulturprojekten um gigantische Maschinen. Die Ästhetik der Industriekultur wirkt prägend für die Zukunft. Industriekultur wurde zum Synonym Europas und liefert einen bedeutenden Beitrag zur Fundamentierung unserer modernen europäischen Zivilisation. Industriekultur kann als Mutter unserer gegenwärtigen Kultur angesprochen werden. Industriekulturprojekte sind immer transkulturell, sie verbinden die Welt der Technik mit der Welt der „schönen Künste“ und liefern so einen integralen Kulturbeitrag für unsere Zivilisation. Industriekulturprojekte sind immer gattungsübergreifend, gleichzeitig Denkmal, Museum und Theater. Aus diesem vielschichtigen kulturellen Bezugsgefüge entstehen neue Steuerungsnotwendigkeiten.

 

Die Lehrveranstaltung nimmt die geschichtlichen Wurzeln der Industrie-kultur und ihrer Perspektiven: Universität, Denkmalpflege, Museum und Theater, aber auch die neueren Steuerungsnotwendigkeiten dieser besonderen Kulturform in den Blick. In der Lehrveranstaltung wird das Themenpotenzial industriekultureller Projekte befragt. Es werden Überlegungen angestellt, inwieweit im Rahmen eines modifizierten Kulturmanagements Industriekultur gesteuert und als Potenz und Ressource für die Zukunft entwickelt werden kann. Im Rahmen der Lehrveranstaltung sind Exkursionen vorgesehen.

 

 

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